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Electronic Mall: Banking und Shopping in globalen Netzen

Kapitel III:
Elektronische Informationsdienste: Zukunftsweisende Konzepte und prototypische Umsetzung im Bankenbereich

2.3 Die Kategorien der elektronischen Informationen

2.3.2 Die Art der Interaktion zwischen den Teilnehmern am Informationsaustausch

Die drei Kategorien können vom Grundsatz her folgendermassen beschrieben werden:

- im ersten Fall ("on specific demand"), handelt es sich um eine unmittelbare Interaktion,
- im zweiten Fall ("on delivery"), handelt es sich um eine Bringschuld des Informationslieferanten,
- im dritten Fall ("on stock"), handelt es sich um eine Holschuld des Informationsbezügers.

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Bild III-2: Die drei Arten der Interaktion zwischen den Teilnehmern

Diese drei grundsätzlich verschiedenen Arten der Interaktion wirken sich insbesondere im telekommunikativen Bereich wesentlich auf die technologische Gestaltung des Informationsdienstes aus.

Einige Eigenheiten der drei Interaktions-Arten sollen nachfolgend aufgeführt werden:

Information on specific demand

Für Informationsdienste in diesem Bereich ist eine hohe Verfügbarkeit des Anbieters wichtig, damit die spezifischen Anfragen auch bei Spitzenbelastungen speditiv bearbeitet werden können.

Zudem ist für effiziente und wettbewerbsfähige Angebote ein hoher Automationsgrad bei der Produktion der Information entscheidend, dies umso tiefer der Informationswert der Dienstleistung ist.

Informationen, die auf eine spezifische Anfrage hin erstellt wurden, können ab diesem Zeitpunkt anderen Teilnehmern als Informationen der Kategorien "on delivery" oder "on stock" verfügbar gemacht werden. Dies geht aber nur, sofern der Erstanfrager keine Rechte darauf geltend machen kann oder diese Rechte entsprechend abgegolten werden.

Diese Vorgehensweise kann dem Anbieter weitere identische Anfragen mit entsprechendem Verarbeitungsaufwand ersparen. Andererseits kann auf diese Weise einmal erstellte Information auf einfache Weise mehrfach genutzt und trotz höchst wahrscheinlich geringerem Preis mehrfach verkauft werden.

Es kann auch vorkommen, dass gewisse Informationen auf dem Weg der spezifischen Anfrage nachgefragt werden, obwohl sie bereits "on stock" verfügbar gewesen wären, aber vom Anfrager im entsprechenden Bereich des Informationsdienstes nicht gefunden wurden. In diesem Fall bedeutet das Auffinden der erwünschten Informationen das Abnehmen von Sucharbeit und somit einen Mehrwert, der dem Bezüger in Rechnung gestellt werden kann.

Dieser Fall tritt auch dann ein, wenn ein Anfrager nicht über die Zugangsmöglichkeit zu einer "on stock" erhältlichen Information verfügt (z.B. spezialisierte Informationsanbieter oder Informationen für Closed User Groups). Er startet deshalb eine spezifische Anfrage an einen Informationsanbieter, der über diesen Zugang verfügt und so die gewünschte Information für ihn zusammenstellen kann.

Diese Art von Informationsbezug trifft man insbesondere in Reservations- und Buchungssystemen oder in spezialisierten Informationsanfragen mit hohem Mehrwertbedarf an. Diese vielfach im Zusammenhang mit Markttransaktionen benötigten Informationsbezüge müssen grösstenteils von höchster Aktualität sein.

"Information on specific demand" ist nicht zu verwechseln mit dem heute immer häufiger verwendeten, ähnlich klingenden, Begriff von "Video on demand". Die Filme oder Informationsobjekte, die in diesem Fall vom Kunden bezogen werden können, werden nur in den seltensten Fällen spezifisch für den Anfrager erstellt, sondern einer bestehenden Bibliothek des Anbieters entnommen. Sie entsprechen daher der Kategorie "on stock". Der in diesem Fall verwendete Begriff "on demand" bezieht sich eigentlich nur auf das interaktive Auswahlverfahren aus einer Filmbibliothek, im Gegensatz zur normalen Ausstrahlung eines für alle Teilnehmer zeitlich und inhaltlich fixierten Fernsehprogrammes.

Information on delivery

Bei dieser Art der Informationsinteraktion "abonniert" der Anfrager im vornherein einen bestimmten Informationsdienst und erhält die jeweils aktuellen Information immer dann, wenn sie vom Lieferanten/Produzenten fertig erstellt worden sind (oder auch verzögert, z.B. Vortageskursliste).

Eine Variante besteht im Abonnement einer Hinweis- oder Auswahlliste ("Teaser") von Informationen mit jeweils einem Index oder Abstract sowie einem Link zur Information selber. Die Voll-Information muss sich der Interessierte aus eigenem Antrieb holen.

Meist sind die Informationsgebiete, die sich der Anfrager mit der "on delivery" Methode zukommen lässt, für diesen von dauerhafter Relevanz. Braucht er Informationen punktuell, sind eher die Verfahren "on stock" oder "on specific demand" geeignet.

Information on stock

Unter dieser Form können alle Arten von vorrätig gehaltenen und direkt abrufbaren Informationsobjekten zusammengefasst werden.

In diesem Fall wünscht sich der Informations-Anfrager meist eine grosse Menge von gelagerten Informationen, unter denen er dann mit Einsatz geeigneter Suchmethoden die für ihn relevante Untermenge zu finden hofft.

Werden Informationen von einem Anbieter zwar gespeichert, sind diese aber durch den Anfrager nicht unmittelbar abrufbar, so muss der Retrieval-Prozess auf eine spezifische Anfrage hin durch den Anbieter vorgenommen werden.

Es gibt verschiedene Formen des Informationsbezuges unter dieser Kategorie:

Der Anfrager darf selber in den Informationsobjekten suchen und diese vollumfänglich frei abrufen.

Der Anfrager darf selber suchen, ohne aber die Informationsobjekte ganzheitlich einsehen zu können. Er bekommt lediglich Abstracts oder Indexe zur Verfügung gestellt, für komplette Informationen muss er dann eine spezifische Anfrage starten.

In den nächsten drei Abschnitten sollen zu jeder Kategorie von Informations-Dienstleistungen einige Beispiele gegeben werden, die aber keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Zudem wird versucht, diese Beispiele soweit wie möglich in einen bankenorientierten Kontext zu setzen:


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Aktualisiert am 16. Februar 1996; Kommentare an emall@obs-us.com.