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Electronic Mall: Banking und Shopping in globalen Netzen

6 TeleCounter

Mit dem im vorliegenden Buch vorgestellten TeleCounter wird das Konzept einer Electronic Mall vorgestellt, das seinen Schwerpunkt vorerst im Bereich der Bankdienstleistungen hatte und seine prototypische Realisierung auch dort erfahren hat. TeleCounter ist jedoch von seiner Konzeption her keineswegs auf Bankdienstleistungen allein angelegt, sondern als Electronic Mall im oben beschriebenen Sinn konzipiert.

Auf drei Elemente seiner Konzeption soll bereits hier kurz eingegangen werden, da sie in den Kontext des bisher Ausgeführten gehören.

Dekomponierte Architektur

Die Client-Server Architektur von TeleCounter sieht eine strikte Trennung der Funktionen

- Basisprodukte und zugehörige Server;
- Mittler- und Assemblerdienste;
- Kunden- oder Clientmodul;
- Transport- oder Kommunikationsdienste

vor. Bild I - 6 gibt eine bildliche Darstellung dieses Sachverhaltes.

Nur so ist das System fähig, den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen, die z.B. in heute verwendeten Medien (etwa Videotex bzw. Bildschirmtext) bestehen können, gerecht zu werden und gleichzeitig die Migration in andere Kommunikationsmedien (z.B. X.400 basierte) zu gestatten. Nur so ist zudem die Palette der Anbieter ohne tiefe Eingriffe erweiterbar. Diese Architektur erlaubt ebenso eine Mehrzahl von Mittlern, die im Wettbewerb miteinander stehen. Letzteres ist u.a. notwendig, um im nun kräftig beginnenden Wettbewerb der Teleshopping-Systeme die notwendigen Handlungsspielräume und genügende Wachstumsraten zu haben.


Bild I - 6: Anbieter - Mittler - Kunde

Offene Architektur und veröffentlichte Schnittstellen

TeleCounter sieht offene, publizierte Schnittstellen vor. Dies ermöglicht es u.a., die TeleCounter-Dienste in verschiedenste Umgebungen einzubinden. Kundenseitig etwa können die TeleCounter-Dienste im Bereich des Zahlungsverkehrs in Standardsoftware und verschiedenste Kundenapplikationen eingebunden werden: Neben einer allgemeinen TeleCounter-Oberfläche können diese Dienste etwa in Standardapplikationen, wie Windows oder Tabellenkalkulationsprogramme, sowie in Finanzbuchhaltungssysteme oder in Branchenlösungen eingebunden werden (siehe Bild I - 7).


Bild I - 7: Modularer Aufbau des TeleCounter-Client

Auf diese Weise können TeleCounter-Leistungen (etwa der Zahlungsverkehr) im Hintergrund ablaufen, um auf diese Weise das Profil anderer Applikationen bzw. den Kundennutzen wesentlich zu verbessern. Eine solcherart offene Lösung wird es daher vermögen, bei im Übrigen gleichen Merkmalen mehr Kunden anzuziehen, als eine Lösung, die entsprechende Einbettungen nicht oder nur mit Schwierigkeiten erlaubt.

Freier Wettbewerb

Die zwei bisher genannten Elemente - Dekomposition oder Arbeitsteilung und offene Architektur mit veröffentlichten Schnittstellen - bilden das Fundament für ein weiteres, entscheidendes Element, nämlich:

- Freier Wettbewerb auf Seiten der Anbieter, das bedeutet etwa für den Bereich der Bankdienstleistungen Multibankfähigkeit des Systems. Jeder Anbieter von Produkten oder Leistungen soll, sofern er einer bestimmten Gruppe angehört und sich den Spielregeln des TeleCounter unterwirft, Zugang zum System haben und seine Leistungen frei anbieten können.

- Offener Wettbewerbsmarkt für die Anbieter von Mittlerdiensten. Jeder Mittler, der sich den Regeln verpflichtet, namentlich bzgl. Standard bzw. Schnittstellen, darf die angebotenen Leistungen an seine Retailkunden vermitteln. Er verhandelt mit den Anbietern der Basisdienstleistungen über die Modalitäten des Bezugs dieser Leistungen. Der Mittler wählt auch das Transportmedium zum Kunden, bzw. zum Anbieter, in Absprache mit diesen.

- Freier Markt auf Seiten der Client-Software. Jedes Softwarehaus ist frei, die TeleCounter-Dienstleistungen in seine Softwarelösungen einzubauen, bzw. Client-Software zu entwickeln. Es verhandelt dazu mit einem oder mehreren Mittlern und arbeitet mit diesen die Modalitäten und das Transportmedium aus, oder es stellt diese Software im Auftrag der Mittler her.

Diese Offenheit des Systems und der freie Wettbewerb sind in einem wachstums-ökonomischen Kontext zu sehen. Ein solches System wird hinsichtlich Kreativität der Profile der Client-Software und der Mittlerdienste überlegen und sehr beweglich sein. Somit ist ein relativ rasches Wachstum der Transaktionsvolumina zu erwarten.


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Aktualisiert am 16. Februar 1996; Kommentare an emall@obs-us.com.