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Die Piefke-Saga

[ Die Personen ]

TELEFONGESPRAECH BERLIN-LAHNENBERG

KARL-FRIEDRICH: Hier Karl-Friedrich Sattmann! Ich weiß nicht, ob Sie eben diese Sendung ...

FRANZ: Eine unglaubliche Schweinerei, Herr Sattmann! Ich bin ganz erledigt, am Boden zerstört!

KARL-FRIEDRICH:Wissen Sie, Herr Bürgermeister, es ist nicht sehr klug von Ihren Landsleuten, so über die deutschen Gäste zu reden!

FRANZ: Eine bodenlose Frechheit, Herr Sattmann! Aber das sind die Wiener, immer nur die Wiener! Diese sogenannten Geschworenen, das waren doch alles Wiener! Wir Tiroler, Herr Sattmann, wir lieben unsere deutschen Gäste! Ich versichere Ihnen, Herr Sattmann, Sie sind uns beim Arsch lieber als jeder Wiener beim Gesicht!

KARL-FRIEDRICH: Ich glaub's Ihnen, Herr Bürgermeister. Ich fühle mich ja auch nicht betroffen. Ich möchte Sie nur warnen! Das gibt sicher Stunk! Ich persönlich liebe ja ihr Land, Sie wissen ja nur zu gut, wie gerne wir bei Ihnen drüben in Tirol sind ... aber meine Landsleute! Die Kuh, die man melkt, sollte man bei guter Laune halten!

Das wollte ich Ihnen nur gesagt haben! -

Ja, schon gut! Also dann - bis zum Sommer!

Heinrich nimmt Karl-Friedrich den Hörer weg.

HEINRICH: (ins Telefon) Hier Heinrich Sattmann! Ich warne Sie, Herr Bürgermeister! Ihr Österreicher solltet die Schnauze nicht zu voll nehmen! Sonst werden wir die Konsequenzen ziehen! Wir können unsere Mark auch woanders ausgeben! Ende! (Knallt den Hörer auf die Gabel.)

Franz zuckt zusammen, legt den Hörer auf, die anderen schauen ihn fragend an.

FRANZ:Karl-Friedrich Sattmann und Vater! Stammgäste!

CHRISTL:Oh, mei, des a no! De zwoa hab i eh scho gfressen!

FRANZ:(zu den Männern) Also, mitn Kartnspielen is heut nix mehr! I muaß sofort was unternehmen!

WIEN. SALON HANDELSMINISTER. - Der Fernseher ist ausgeschattet.

MINISTER: Jetzt wird die Touristikbranche wieder aufjaulen! Die sind eh so empfindlich! (Zur Gattin.) Ich sag dir, niemand reagiert so hysterisch wie die! Unglaublich, was ich da schon erlebt hab! Einmal, da ...

Das Telefon Iäutet.

MINISTER: Na also, es geht schon los! Nicht einmal daheim hab ich meine Ruh! (Hebt ab.)

LAHNENBERG HOTEL ALPENFRIEDEN / WOHNZIMMER. Das Telefon jetzt am Ecktisch, Franz hält den Hörer. Neben ihm sitzen Christl und Max. Pfarrer und Gendarm sind gegangen.

FRANZ: (am Telefon) Herr Minister, da ist der Wechselberger Franz aus Lahnenberg!

TELEFONGESPRÄCH LAHNENBERG - WIEN.

MINISTER: Ah, Herr Bürgermeister, grüß Sie! Was kann ich für Sie tun?

FRANZ: Ich würd Sie nicht stören, wenn's nicht so wichtig wär ... Außerdem, Sie sind ja Stammgast bei uns und da hab i mir denkt ...

MINISTER: Ja, natürlich, um was geht's denn?

FRANZ: Eben war eine Sendung im Fernsehen ...

MINISTER: Jaja, ich hab Sie gesehen! Sehr bedauerlich!

FRANZ: Da müssen S' was unternehmen! Unbedingt! Mein Telefon geht ununterbrochen! 15 deutsche Güste haben schon ihren Urlaub bei uns storniert!

MINISTER: Was? Das ist ja entsetzlich!

FRANZ: Klar is des entsetzlich!

MINISTER: Und was soll ich tun?

FRANZ: Sie müssen sich hochoffiziell als Handelsminister bei den deutschen Gästen entschuldigen!

MINISTER: Na gehn S', Herr Kommerzialrat, das scheint mir ein bissel übertrieben!


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Updated on Oktober 2, 1995 by editor@obs-us.com.